Geht Halloween ohne Orange? 5 Tipps gegen den Deko-Horror

Halloween steht vor der Tür, Orange hat Hochsaison und ich habe ein Problem: Ich mag diese Farbe nicht. Vermutlich geht es vielen von euch genauso. Hier kommen fünf Tipps, wie ihr den Spuk bis Ende Oktober gut überstehen und euch mit DER Farbe des Herbstes vielleicht sogar arrangieren könnt.

Woher meine Orange-Aversion kommt, kann ich gar nicht sagen. Jedenfalls hatte ich noch nie Wände oder Möbel in Orange, selbst als mediterrane Interieurs der letzte Schrei waren (und ich habe wirklich fast die ganze Farbskala durch!). Im Job hingegen herrscht bei mir seit 2001 Dauer-Halloween: Mein Logo leuchtet in einem satten Hokkaido-Orange und ich mag es richtig gern. Allerdings ist für die Kommunikationsbranche Orange in etwa so gängig wie Blau/Rot bei Klempnern. Und Klempner richten ihre Wohnung auch nicht in Blau und Rot ein, nur weil das gerade Saison hat, oder?

1. Licht aus, Lichtschwert an!

Schnitzkürbis Yoda

© G. Diver

Wenn schon US-Kommerz in Orange, dann richtig: Diesen großartigen Yoda-Kürbis haben Verwandte von mir vor ein paar Jahren in den USA geschnitzt. Der Clou zeigt sich im Dunkeln: Das Laserschwert leuchtet heller als der ganze Rest, denn es ist als einziges ganz ausgeschnitten. Für die restlichen Flächen nimmt man nur gerade so viel von der Rinde ab, dass das Licht durchscheinen kann. Grandioser Effekt, oder? (Die Anleitung kann ich hier leider nicht veröffentlichen, aber googelt mal, dazu gibt’s einiges im Netz, auch mit anderen Motiven.)

2. Das Orange einfach aufessen

Kürbis-Schupfnudeln

Süßes oder Saures: Am besten wird man der Orange-Plage Herr, wenn man ihre Vertreter genüsslich verspeist. Ironischerweise schmeckt mir ausgerechnet der Hokkaido-Kürbis, der „orangeste“ von allen, am besten. Und besonders gesund soll Obst und Gemüse in Orange ja auch noch sein, sekundäre Pflanzenstoffe und so. Kürbis gehört also unbedingt in die Winterküche! Bei mir kommt er in Suppen, überbacken aus dem Ofen oder als Ragout zu Pasta auf den Tisch. Sogar als Rohkost kann man Hokkaido knabbern. Meine Kreation für den Herbst: Kürbisschupfnudeln mit Salbeibutter, die herbstliche Variante meines Lieblingsgerichts.

3. Orange-freie Deko wählen

Weiße Kürbisse

© Linda Sperling

Wer herbstliche Deko, aber kein Orange mag, muss auf Kürbisse nicht verzichten! Jaha, sogar den guten alten Pumpkin gibt es im angesagten Nude-Look. Nicht in jedem Supermarkt, aber zum Beispiel bei speziellen Kürbishöfen. Linda von Dänemarkwodasglückwohnt.de hat neulich ausführlich beschrieben, wo sie diese hellen Kürbisse kauft. Und ich muss sagen, sie fügen sich sehr schön in ihr Skandinavien-Interieur mit Weiß, verwittertem Holz und Sandtönen ein. Zum Backen nimmt sie aber doch die Klassiker – Zierkürbisse sind meistens ungenießbar.

4. Orange als Vintage-Akzent dosieren

Lampengeist

Diese Original Seventies-Lampe habe ich beim Umbau unseres Hauses auf dem Dachboden gefunden. Sie muss zur selben Zeit eingezogen sein, als die Küche ihre orange-dunkelbraun marmorierten Fliesen erhielt. Diese Scheußlichkeiten flogen natürlich raus, aber die Lampe durfte bleiben. Sie sieht einfach kultig aus und gibt ein sehr schönes Licht über dem Esstisch. Immer im Oktober bekommt sie zur Fensterseite hin ihr Halloween Kostüm aufgeklebt, damit Passanten was zum Freuen Gruseln haben.

5. Mit Kleidung in Orange vorsichtig sein

Orange-Collage

Orange ist 2015 – angeblich – Trendfarbe. Für die einen ein Glückgriff, für die anderen – naja.  Was Orange mit Menschen macht, zeige ich hier mal an einem Beispiel von 1977: Das Mädchen mit seinem aschblonden Haar, blaugrauen Augen und heller Haut ist eindeutig ein Sommertyp. Zum Fototermin hat es eine schicke Kombi in Orange an (Abb. links; nicht im Bild: die passende Schlaghose mit Einsätzen im selben Ton). Der Unterziehrolli aus Polyester sowie das farblich abgestimmte Apfelmotiv auf der feschen Bluse deuten darauf hin, dass gerade Herbst ist. Offenbar gilt in jenem wilden Jahrzehnt das Modediktat mehr als eine individuelle Typberatung. Vielleicht ist auch einfach das Angebot des örtlichen Kleiderladens begrenzt. Denn leider: Alles, was mit Orange oder Gelb zu tun hat, sieht an Sommertypen latent gruselig aus. Bei Kindern ist das noch nicht so relevant, sie sind ja sowieso frisch und rosig. Aber später… Vorteilhafter sind im Fall des Sommertyps kühle Nuancen von Blau, Grün, Rosa oder Lila (Abb. rechts).

Also: Wenn ihr kein Herbsttyp (= dunkelhaarig mit bräunlichem Teint) seid, lasst Klamotten und Accessoires in Orange lieber im Laden liegen! Es sei denn, ihr möchtet kränklich, blass und fahl wirken – und mit dieser tollen Kostümierung eure Nachbarn erschrecken gehen.

Trick or treat? HAPPY HALLOWEEN!

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