Die 10 Gesetze des Geschirrspülers

Illustration: Geschirrberge auf Arbeitsplatte, Buntstift und Fineliner

Es muss ein Küchen-Feng-Shui speziell für Geschirr geben, eine Art Versammlungsgebot. Denn an einem Ort in unserer Küche kommt das schmutzige Geschirr der ganzen Familie immer wieder zusammen: auf der Arbeitsfläche über dem Geschirrspüler. Manchmal findet es den Weg in die Maschine, meistens nicht. Ich habe versucht, dieses Phänomen zu ergründen, und bin dabei auf verblüffende Gesetzmäßigkeiten gestoßen.

Nr. 1 – das Maschinenbetriebsblindheitsgesetz: Kaum hast du die Spülmaschine eingeräumt und angeschaltet, entdeckst du neben der Kaffeemaschine eine schmutzige Tasse. Aus Angst, die Spülmaschine bei der Arbeit zu stören, stellst du das Teil erst einmal oben drauf, statt es eben von Hand abzuwaschen. Das ruft Nachahmer auf den Plan.

Nr. 2 – die „Better safe than sorry“-Regel: Die Tür einer Spülmaschine ist undurchsichtig. Manche Menschen stellen deshalb grundsätzlich ihr benutztes Geschirr auf der Arbeitsplatte ab. Die Maschine könnte ja voll oder bereits gelaufen sein.

Nr. 3 – der „Not all inclusive“-Paragraph: Die Spülmaschine räumt sich nicht von allein aus. Schade. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. (Note to self: recherchieren, ob Camus eine Spülmaschine besessen hat.)

Nr. 4 – das Morgengrauen: Wenn du morgens besonders früh los musst und auf frisches Geschirr und Brotdosen angewiesen bist, ist die Spülmaschine abends nicht angeworfen worden. Von wem auch immer.

Nr. 5 – auch Tupper-Paradoxon genannt: Eine normale Spülmaschine trocknet keine Kunststoffbehälter. Du musst sie beim Ausräumen alle einzeln abtrocknen. Trotzdem stellst du sie immer wieder rein, um schnell Ordnung zu haben. Dabei würde der Plastikkram, rasch von Hand abgewaschen, prima an der Luft trocknen.

Nr. 6 – der Adventskranz-Murphy: Spülmaschinen gehen kurz vor Weihnachten kaputt, damit du den ganzen Kram der Festvorbereitung von Hand spülen kannst. Wenn du Glück hast, kommt der Monteur am 24. Dezember gegen Mittag.

Nr. 7 – der Peanutbutter-Paragraph: Du weißt, dass sich Erdnussbutter von Messern in einem dicht bestückten Besteckkorb nicht abwaschen lässt. Trotzdem versuchst du es immer wieder. (Um schnell die Arbeitsfläche freizubekommen.)

Nr. 8 – der Milchtopf-Paragraph: Du weißt, dass sich Milch in der Maschine nicht vom Topfboden löst. Trotzdem versuchst du es immer wieder.

Nr. 9 – der Pastalöffel-Paragraph: Du weißt, dass Nudelreste von einem… Ach, lassen wir das.

Nr. 10 – das Idiotengesetz der Mechanik: Das Pulverfach öffnet sich nicht, wenn direkt davor Schneidbretter einsortiert sind. Die Sprüharme drehen sich nicht, wenn Kochlöffel oder nach unten durchgefallene Besteckgriffe sie blockieren. Trotzdem denkst du: Hilfe, die Maschine ist kaputt. Wenn du Glück hast, denkst du nochmal nach, sonst s. Nr. 6

6 Kommentare

  1. Ich habe mich noch nie so gefreut keine Spülmaschine zu besitzen, wie nach dem Genuss deines Artikels!! Vielen Dank- ich weiss meine Rotho Spülschüssel jetzt wieder ein bisschen mehr zu schätzen!!

  2. Bist du die letzten Jahre heimlich bei mir ein und aus gegangen?!?! 😉 Super zusammen gefasst! Genauso ist es bei mir! 😮 liebe Grüße! Mel (Aponi72)

    • Johanna

      Danke, liebe Mel. Dein Kommentar bestärkt mich in der Annahme, dass den beschriebenen Phänomenen allgemeingültige Naturgesetze zugrunde liegen. 😉

    • Johanna

      Danke, liebe Diana! Auch der Spaß mit der Spülmaschine beginnt ja am frühen Morgen. Ich muss sagen, seit ich darüber nachgedacht habe, hat das Ganze etwas von seinem Schrecken verloren. Vielleicht schreibe ich mal eine Liebeserklärung an meine Spülette. <3

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